Landgerichte in Dortmund und München weisen Eilanträge im Grosso-Streit zurück – FFF-Allianz leitet Ermittlung der Umsatzanteile ein

Die Verlagsallianz „Fit for Future“ (FFF) hat im Streit um die Reform des Presse-Grosso-Systems Zwischenerfolge erzielt. Die Landgerichte Dortmund und München wiesen Eilanträge mehrerer Presse-Grossisten gegen die Kündigung ihrer Verträge durch große Verlage wie Springer, Funke, Burda und Klambt zurück. Die Urteile sind zwar noch nicht rechtskräftig, aber vorläufig vollstreckbar.

FFF plant, den Pressevertrieb künftig zentral über eine neue Grosso-Allianz mit nur vier Systempartnern zu organisieren. Andere Grossisten sollen überwiegend Logistikaufgaben übernehmen. Das Bundeskartellamt hatte dieses Modell im Februar 2026 grundsätzlich gebilligt, sofern ein diskriminierungsfreier und flächendeckender Vertrieb gewährleistet bleibt.

Die betroffenen Grossisten wollen weitere Rechtsmittel einlegen. Zudem läuft weiterhin ein kartellrechtliches Verfahren gegen die Entscheidung des Bundeskartellamts, über das vermutlich das Oberlandesgericht Düsseldorf entscheiden wird. Daher gelten die aktuellen Urteile nur als Etappensieg für die reformorientierten Verlage.

Parallel wirbt die PGA (Pressegrosso-Allianz GmbH & CO. KG) bei Presseverlagen um Beteiligungen an der neuen Vertriebsstruktur. Verlage mit mehr als 0,25 Prozent Umsatzanteil am Pressegrosso können sich direkt beteiligen, kleinere Verlage über eine gemeinsame Holding. Verlage, die sich zum 01.07.2026 direkt an der PGA (Pressegrosso-Allianz GmbH & CO. KG) beteiligen möchten, finden hier weitere Informationen. Ein späterer Beitritt bleibt möglich.