Das Hi-Zukunftsfestival verwandelte am 4. und 5. Juni den Hildesheimer Marktplatz in einen Ort des Austauschs über die Zukunft von Gesellschaft, Wirtschaft und Digitalisierung. Die „Hildesheimer Allgemeine Zeitung“ war mit einer gläsernen Redaktion vertreten und bot Besuchern Einblicke in die journalistische Arbeit. Zu den Gästen zählte u.a. die Niedersächsische Europaministerin Melanie Walter.
Ein Höhepunkt war die Zukunftsgala im Literaturhaus St. Jakobi. Dort trafen zwei unterschiedliche Zukunftsvisionen aufeinander: Der Medienwissenschaftler Martin Andree warnte eindringlich vor der wachsenden Macht großer Technologiekonzerne wie Google, Meta und X. Nach seiner Einschätzung konzentriert sich die Aufmerksamkeit im Internet auf wenige dominante Plattformen, während andere Angebote kaum noch sichtbar sind. Für einen fairen Wettbewerb und mehr Chancen für europäische Anbieter fordert er deshalb eine konsequente Regulierung der Digitalkonzerne.
Dem stellte der norwegische Wirtschaftsphilosoph Anders Indset eine andere Perspektive entgegen. Zwar befürwortet auch er Regulierung, sieht darin jedoch keine ausreichende Antwort auf die Herausforderungen der Zukunft. Stattdessen fordert er mehr Mut zu Innovationen, klare Visionen und eine stärkere Leistungsbereitschaft. Deutschland verfüge über hervorragende Voraussetzungen in Bildung, Wissenschaft und Talentförderung, schöpfe dieses Potenzial jedoch nicht ausreichend aus. Zukunftsfähigkeit entstehe seiner Ansicht nach vor allem durch gemeinsames Engagement, Optimismus und den Glauben daran, gesellschaftliche Veränderungen aktiv gestalten zu können.
Trotz ihrer unterschiedlichen Positionen waren sich beide Referenten in einem Punkt einig: Die Herausforderungen der Zukunft lassen sich nur gemeinsam bewältigen.
Auch Festival-Organisatorin Svenja Fuhrich, Leiterin des Smart-City-Projekts der Stadt Hildesheim, betonte die Bedeutung von Zusammenarbeit und gemeinsamer Verantwortung. Zukunft dürfe nicht allein Aufgabe von Politik oder Verwaltung sein, sondern müsse von allen gesellschaftlichen Akteuren gestaltet werden.
Für die kulturelle Perspektive sorgte Can Güler, Geschäftsführer der Kulturfabrik (Kufa). Er nutzte das Festival, um mit Besuchern über die Zukunft der Kulturbranche ins Gespräch zu kommen. Dabei warb er insbesondere für eine stärkere Förderung kleiner und subkultureller Kulturangebote. Große Künstler hätten häufig auf kleinen Bühnen begonnen, weshalb kulturelle Vielfalt und Nachwuchsförderung auch künftig unterstützt werden müssten.
Mit Vorträgen, Workshops, Diskussionen und zahlreichen Ausstellern zeigte das Hi-Zukunftsfestival, wie vielfältig die Zukunftsthemen in Hildesheim sind. Im Mittelpunkt stand dabei stets die Überzeugung, dass Fortschritt und gesellschaftlicher Wandel nur durch Dialog, Beteiligung und gemeinsames Handeln gelingen können.
Quelle: „Hildesheimer Allgemeine Zeitung“


