Zeitungsverlegerverbände öffnen sich digitalen verbundenen Unternehmen

Die Mitglieder des Verbandes Nordwestdeutscher Zeitungsverlage und des Zeitungsverlegerverbandes Bremen haben auf ihren Mitgliederversammlungen die Aufnahme digitaler verbundener Unternehmen gem. §§ 15ff. AktG sowie digitaler Marken von ordentlichen Mitgliedern als sogenannte Sondermitglieder entschieden. Dazu beschlossen die beiden Verbände Änderungen ihrer Satzungen, die eine entsprechende Sondermitgliedschaft, befristet bis zu einer Dauer von drei Jahren ermöglicht, grundsätzlich aber automatisch am 31.12.2022 endet. Zu diesem Zeitpunkt werden die ordentlichen Mitglieder eine Evaluation der Sondermitgliedschaft vornehmen und ggf. den Sondermitgliedern andere Formen der Mitgliedschaft anbieten. Die Sondermitglieder nehmen mit beratender Stimme an den Versammlungen des Verbands teil. Sie können nicht wählen und gewählt werden.

Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger und die Landesverbände werden bislang von Politik, anderen Organisationen und der Öffentlichkeit vorwiegend als Zusammenschlüsse der Print-Unternehmen angesehen. Mit der Aufnahme digitaler verbundener Unternehmen sowie digitaler Medienmarken von ordentlichen Mitgliedern soll nach außen dokumentiert werden, dass die Zeitungsbranche schon lange nicht mehr nur Papier bedrucken kann. Bereits heute gibt es in Deutschland rund 600 Digitalmarken der Zeitungsverlage. Die Interessen dieser Unternehmen sollen durch die zunächst befristete Sondermitgliedschaft stärker zur Geltung gebracht werden. Damit soll auch eine Plattform für den Meinungsaustausch geschaffen werden. Es soll aber auch dem Gesetzgeber und der breiten Öffentlichkeit signalisieren, dass BDZV, Landesverbände und die in ihnen organisierten Unternehmen schon heute über eine erhebliche Digitalkompetenz verfügen. „Im besten Falle steht am Ende des Prozesses, dass der BDZV - oder wie die Organisation später auch immer heißt - der Zusammenschluss aller digitalen Medien in Deutschland ist. Wir wollen dafür den ersten Schritt tun und die Möglichkeit einer Sondermitgliedschaft einrichten, damit wir dem Wandel wenigstens eine Chance geben können“, so Ewald Dobler, Vorsitzender des VNZV am 7. Mai 2019 bei der VNZV-Mitgliederversammlung.