Herbert C. Ordemann, Alt-Verleger des WESER-KURIER verstorben

Herbert C. Ordemann, Alt-Verleger des WESER-KURIER, ist am 23. August 2018 im Alter von 91 Jahren verstorben. Der am 23. Dezember 1926 geborene Ordemann trat 1967 in die damalige Weser-Kurier GmbH als Leiter der Finanzen ein. Ein Jahr später erhielt er Prokura, 1976 wurde er Geschäftsführer. Die journalistische Freiheit der Redaktion war Ordemann sehr wichtig. So beschied er einem Bürgermeister aus dem Norden auf die Forderung nach Abberufung eines Redakteurs in knappen drei Zeilen, „dass Personalentscheidungen immer noch von ihm im Pressehaus getroffen würden“. Unter seiner Führung wurde das redaktionelle Programm kontinuierlich ausgebaut, um Themen wie Häfen, Auto und Verkehr, Jugend, Natur und Technik, Medizin, Reise, Erholung sowie Verbraucherseiten. Anfang der 80er-Jahre initiierte er die Digitalisierung in der Produktion.

Herbert C. Ordemann wurde 1985 Schaffer. Privat fotografierte er gerne, engagierte sich in den letzten Jahren seines Schaffens auch gegen einen aufkeimenden Rechtsruck in der Gesellschaft mit publizistischen Mitteln, aber auch durch das persönliche Auftreten als Zeitzeuge vor Lehrern und Eltern.

Er engagierte sich mit Überzeugung auch für die Branche. Von 1981 bis 1983 war er Mitglied des Geschäftsführenden Vorstands des VNZV und damit auch Mitglied in der BDZV-Delegierten­versammlung. Er gehörte auch dem VNZV-Schlichtungsausschuss an. Mit der Gründung des Zeitungsverlegerverbandes Bremen 1984 wurde er dessen erster Vorsitzender. Er blieb es für einige Jahre und wurde erneut 2006 für weitere zwei Jahre zum Vorsitzenden gewählt. Seine Fachkompetenz und sein Rat wurden von den Kollegen sehr geschätzt.

Foto (c) Roland Scheitz