Festempfang 150 Jahre „DIE HARKE“/Nienburg

Im Beisein von 180 geladenen Gästen veranstaltete „DIE HARKE“ am Freitag, den 3. September 2021, aus Anlass ihres 150-jährigen Bestehens einen Festempfang. „Was vor fünf Generationen als Tageszeitung begann,“ so HARKE-Verleger Christian Rumpeltin, „ist heute ein breit aufgestelltes Medienhaus mit vielfältigen Produkten im Print- und Digitalbereich.“ Die Beteiligung an Radio Mittelweser sowie der Citipost Mittelweser stehen neben der Tageszeitung und dem Sonntagsblatt im Produktportfolio des Verlages. Stets habe man das Unternehmen auf dem aktuellen Stand gehalten. So 1974 mit der Einführung erster Fotosatzgeräte über den Einsatz eines Linotype-Großrechner-Systems im Jahr 1981 in die Zeitungs-Vorstufe bis hin zur Digitalisierung des Produktes. Aktuell, so Rumpeltin weiter, würden Prozesse von künstlicher Intelligenz gesteuert. Stolz wies er darauf hin, dass die sechste Generation bereits in den Startlöchern stehe, um das Medienhaus weiterzuführen. Seine Tochter Vivienne ist bereits im Unternehmen tätig.

Jochen Anderweit, VNZV-Vorsitzender, und Kai Röhrbein, Vorsitzender des Verbands der Lokalpresse, sprachen über den Wandel der Branche und die Herausforderungen. Anderweit sehe eine Zukunft für die Tageszeitung auch in der Papierversion. Herausforderungen für die lokalen Medienhäuser seien die abnehmende Zahlungsbereitschaft und die durch den gesetzlichen Mindestlohn drastisch gestiegenen Zustellkosten. Bildungspolitik, so Anderweits Forderung, dürfe nicht nur Medienkompetenz sein, sondern müsse insbesondere auch die Nachrichtenkompetenz stärken, um Quellen kritisch hinterfragen zu können und nicht auf Fake-News hereinzufallen.

Wenn man sich auf die eigenen Stärken besinne, so Kai Röhrbein, haben die Lokalzeitungen eine Zukunft. Die Stärken seien die lokale Kompetenz, die Logistikkompetenz und die guten Handelsbeziehungen im Verbreitungsgebiet.

Ministerpräsident Stephan Weil beglückwünschte die Zeitung zu ihrem 150-jährigen Bestehen. „Es ist eine ganz besondere Leistung, ein Unternehmen über so eine lange Zeit und durch allen Wandel zu führen.“ Die Berichterstattung der Tagespresse sei seriös und von hoher Qualität gekennzeichnet. Dies habe sich insbesondere in der Corona-Pandemie bestätigt. „Aus der Corona-Zeit lernen wir, welche Medien uns guttun“, so der Ministerpräsident. Lokale Tageszeitungen seien systemrelevant, da sie mit ihrem Qualitätsjournalismus für aufgeklärte und mündige Bürger sorgen, derer eine funktionierende Demokratie bedarf.

Quelle „DIE HARKE“