Vorstoß für Qualität – BDZV-Vize Thomas Düffert wirbt für Fairness

„Unsere digitale Zukunft ist in einer entscheidenden Phase“, sagte Thomas Düffert, Vorsitzender der Konzerngeschäftsführung der Madsack-Mediengruppe, beim Digitalkongress #beBETA des Bundesverbandes Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) in Berlin. Düffert, der auch BDZV-Vizevorsitzender ist, warb für mehr Gemeinsamkeit und Fairness bei der Wahrnehmung des neuen Leistungsschutzrechts (LSR), aufgrund dessen die Verlage auf der Basis einer neuen EU-Urheberrechtsrichtlinie einen Anteil an den Milliardenerlösen der großen US-Plattformen wie Google und Facebook erhalten sollen. Der Kern des Problems sei die Frage, nach welchem Schlüssel diese Einnahmen verteilt werden sollen. Bisher sei faktisch vorgesehen, Reichweitenangebote und Clickbaitportale gegenüber seriösen Lokalmedien zu bevorzugen. Düffert erinnerte daran, dass das „journalistische Fundament des BDZV der Regionaljournalismus ist“. Dessen Interessen müssten angemessen zur Geltung kommen.

Von Bedeutung ist in dem Zusammenhang die Verwertungsgesellschaft. Die Verwertungsgesellschaft Corint Media hat das Ziel, die Leistungsschutzrechte möglichst vieler Verlage zu bündeln und in deren Namen mit Google, Facebook und Co. zu verhandeln. Die zurzeit geplante Ausschüttung richtet sich allein nach der digitalen Reichweite. Madsack hat seine Corint-Mitgliedschaft daher infrage gestellt und dringt auf eine Verbesserung des Verteilungsschlüssels. Am Ende gehe es um die Frage: Welcher Journalismus wird zukünftig belohnt? BDZV-Präsident Mathias Döpfner, gleichzeitig CEO des Axel-Springer-Verlages, der ebenfalls Mitglied bei Corint Media ist, sagte, dass man Aspekte wie Anzahl von Abos oder die Anzahl von beschäftigten Redakteuren in der Tat bei der Verteilung berücksichtigen sollte.

Quelle: „Hannoversche Allgemeine Zeitung“