„Braunschweiger Zeitung“ erhielt erste Lizenz in Niedersachsen vor 75 Jahren

Am 8. Januar 1946 erschien die erste Ausgabe der „Braunschweiger Zeitung“, nachdem Hans Eckensberger tags zuvor offiziell die Lizenz für die Zeitung von der britischen Militärregierung überreicht bekam. Die eigentliche Lizenzerteilung fand bereits am 5. Januar statt. Lizenznehmer war der aus einer Braunschweiger Verlegerfamilie stammende und als früherer Gesellschafter und Chefredakteur der „Braunschweiger Neuesten Nachrichten“ (BNN) bekannte Hans Eckensberger. Die „Braunschweiger Zeitung“ war damit die erste Zeitung, die von der britischen Militärregierung lizensiert wurde. Zuvor gab es nach einem kurzen „Zeitungsblackout“ nur Zeitungen, die von den Militärbehörden herausgegeben wurden. Die „Braunschweiger Neue Presse“, eine Zeitung der britischen Militärregierung, wurde am 7. Januar 1946 eingestellt.

Gemäß den Vorgaben der Militärbehörden musste die „Braunschweiger Zeitung“ mit acht Bezirksausgaben in einer Auflage von 100.000 Exemplaren erscheinen. Gedruckt wurde die „Braunschweiger Zeitung“ in der Druckerei Limbach. Durch das Alliiertengesetz Nr. 51 wurde die Druckerei beschlagnahmt und Hans Eckensberger Treuhänder der Druckerei. 1950, nach dem Ende der Treuhänderschaft, übernahm Hans Eckensberger 20 % an der Druckerei Limbach und Frau Isolde Voigt 20 % am Verlag Eckensberger, der die „Braunschweiger Zeitung“ herausgab. 1967, nach dem Tod Hans Eckensbergers, gingen seine Firmenanteile auf seine Frau Helga über. 1970 übernahm der Eckensberger Verlag sämtliche Anteile an der Druckerei Limbach von der Familie Voigt. Nach dem gewaltsamen Tod von Helga Eckensberger 1973 wurden deren Firmenanteile vertragsgemäß zuerst der Familie Voigt angeboten und von ihr erworben. Seit Ende Januar 2007 gehört der Braunschweiger Zeitungsverlag zur WAZ-Gruppe. Inzwischen firmiert der Verlag als FUNKE Medien Niedersachsen GmbH.

Heute versteht sich die „Braunschweiger Zeitung“ als Bürgerzeitung und nicht nur als Informationsmedium. Sie will ein Forum sein und fördert und forciert den Dialog mit ihren Lesern – etwa mit Hilfe der täglich erscheinenden Leserseite, der wöchentlichen Interview-Reihe „Leser fragen“ und mit zahlreichen Diskussionsabenden. Dass die Zeitung zur Bürgerzeitung geworden ist, ist, wie Geschäftsführer Claas Schmedtje und Chefredakteur Armin Maus in ihrem Grußwort betonen, die bedeutendste Veränderung der vergangenen 75 Jahre. „Die Menschen gestalten ihre Heimat gemeinsam in gutem Geist. Sie haben wenig Sinn für Ideologie und Konfrontation, sie freuen sich am Gelingen, nicht am Konflikt. Und sie mischen sich ein: Dies ist keine Region der Zuschauer“.

Aktuell ist der Verlag mit einem breitgefächerten Angebot an Produkten und Dienstleistungen in Print und Digital gut aufgestellt. „Wir erreichen 1,7 Millionen einzelne Kunden auf digitalen Wegen, freuen uns über Tausende, die außerhalb von Corona-Zeiten unsere Veranstaltungen besuchen, sind Video-Dienstleister geworden, bieten Konzert- und Event-Tickets an, bringen unsere Nachrichten auf Displays in den öffentlichen Raum und sind Ambient-Media-Spezialisten“, beschreiben die Herren Schmedtje und Maus das aktuelle Verlagsangebot.

Julia Becker, Aufsichtsratsvorsitzende der FUNKE Mediengruppe, weiß, dass neben einer guten Mannschaft auch eine anspruchsvolle und treue Kundschaft für den Erfolg des Unternehmens ausschlaggebend ist. So schreibt sie: „Sie und Ihre Familie haben uns in der Vergangenheit Ihr Vertrauen geschenkt und tun das auch heute. Sie haben uns die Möglichkeit gegeben, für Sie zu arbeiten, Ihnen Informationen, Unterhaltung, Anregung und Aufregung zu bieten. Durch Sie konnten und können wir zu der Austauschplattform werden, die Ihnen heute unter dem Dach von Funke Medien Niedersachsen als gedruckte und digitale Tageszeitung, als Portal, als Magazin, als Dienstleister zur Verfügung steht.“

 

Der VNZV gratuliert Verlag, Redaktion und den Mitarbeitern der „Braunschweiger Zeitung“ zum 75jährigen Bestehen.