„Mindener Tageblatt“ bietet Lieferservice

Angesichts sinkender Einnahmen aus dem Vertriebsgeschäft, steigender Zustellkosten und zuletzt drastischer Einbrüche im Werbemarkt sind Verlage auf der Suche nach neuen Erlösmodellen. Bereits vor einem Jahr begann das „Mindener Tageblatt“, seine Vertriebslogistik nicht nur zur Zustellung der üblichen Verlagsprodukte zu nutzen, sondern erweiterte die Dienstleistung um darüber hinausgehende Produkte wie z.B. die Verteilung von Schuhen, Getränkekisten und Wein. Den Umsatzverlust im Anzeigengeschäft in der Corona-Krise versucht man in Minden – aber nicht nur dort – durch das Bedienen der wachsenden Nachfrage an Bringdiensten teilweise zu kompensieren. Carsten Lohmann, Geschäftsführer des „Mindener Tageblatt“, sieht Corona als Katalysator, der die Nutzung der Verlagslogistik auch für die Auslieferung anderer Produkte beschleunigt. Seit Ende März transportiert man bei der Bruns-Logistik zusätzlich zu den Zeitungen und der Post auch Waren der Geschäfte, die wegen der Ausgangsbeschränkungen schließen mussten. Den eingeschlagenen Weg will Lohmann über die Corona-Krise hinaus ausbauen. Man sei im Gespräch mit den Apotheken und wolle über die verlagseigene Plattform „Kauf lokal“ Reichweite für lokale Händler schaffen und ihnen auf dem Portal einen Online-Shop einrichten. Man verlange marktübliche Versandpreise für die Auslieferung der Produkte.

Andere Verlage haben in der Corona-Krise ebenfalls Lieferdienstleistungen angeboten. So z.B. bietet die hauseigene Logistikgesellschaft der NORDSEE-ZEITUNG lokalen Gewerbetreibenden logistische Dienstleistungen zur Distribution ihrer Warenangebote an. Und die zur FUNKE Mediengruppe gehörende Mediengruppe Thüringen hat für eine Bäckereikette die online bestellten Backwaren ausgeliefert. In Hamburg bietet FUNKE Logistik bereits Same Day Delivery für eine Vielzahl von Partnerprodukten wie Pflanzen, Ikea-Artikel und Lebensmittel an.

Quelle: „Süddeutsche Zeitung“