Presserat aktualisiert Verhaltensgrundsätze zur Finanzmarktberichterstattung

Der Deutsche Presserat hat seine Verhaltensgrundsätze zur Finanzmarktberichterstattung aktualisiert, die Journalisten als Leitfaden dienen sollen. Die Verhaltensgrundsätze regeln u. a. den redaktionellen Umgang mit Insiderinformationen oder möglichen Interessenkonflikten und setzen Standards für eine unabhängige, nicht-manipulative Berichterstattung über Börsenkurse und Referenzwerte. Die Überarbeitung der Verhaltensgrundsätze war erforderlich, da durch das Inkrafttreten der EU-Marktmissbrauchsverordnung (MMVO) und der dazugehörigen, ergänzenden Delegierten-Verordnung (EU) 2016/958 der Kommission vom 9. März 2016 seit 2016 eine neue Rechtsgrundlage gilt. Über die gesetzlichen Anpassungen hinaus umfassen die Änderungen auch komplett umformulierte Passagen, die den Text für Nicht-Juristen besser lesbar machen. Zusätzlich geben die Verhaltensgrundsätze einen komprimierten Überblick über die Gesetzeslage.

Bereits seit 2006 ersetzen die Verhaltensgrundsätze teilweise die gesetzlichen Vorgaben. Sie sollen die Finanzberichterstattung vor staatlichen Eingriffen schützen, gleichzeitig die Redaktionen aber zu verantwortungsvoller Berichterstattung verpflichten.

Die entsprechende Richtlinie des Pressekodex 7.4. wurde ebenfalls den geänderten Begrifflichkeiten der MMVO angepasst und einige veraltete Begriffe durch zeitgemäße ersetzt (z. B. „Wertpapiere“ durch „Finanzinstrumente“).

Sie können die Verhaltensgrundsätze zur Finanzmarktberichterstattung hier herunterladen.